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Architektur & Design

Ein Haus erzählt Geschichte

Mit der Sanierung und Umnutzung des denkmalgeschützten Amtshauses in Willisau nimmt ein weiteres wichtiges Teilprojekt des Gestaltungsplans Bahnhofstrasse Süd Form an. Gemeinsam mit dem Wohn- und Geschäftshaus «Wiitsicht» trägt das Vorhaben zur Aufwertung der Vorstadt von Willisau bei. Gleichzeitig wird ein bedeutendes Baudenkmal für die Zukunft gesichert und mit neuem Leben gefüllt.

Das Amtshaus an der Bahnhofstrasse gehört seit rund 130 Jahren zum Ortsbild von Willisau. Das markante Gebäude begleitet die Entwicklung der Stadt seit 1896 und zählt heute zu den schützenswerten Bauten von Willisau. Seine Sanierung und Umnutzung ist Teil des Gestaltungsplans Bahnhofstrasse Süd, mit dem die wichtige Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt weiterentwickelt wird. Ziel ist es, historische Bauten zu erhalten, neuen Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen und die öffentlichen Freiräume aufzuwerten.

Mit dem Wohn- und Geschäftshaus «Wiitsicht», das 2025 eingeweiht werden konnte, wurde bereits ein wesentlicher Teil des Gestaltungsplans umgesetzt. Die Sanierung des Amtshauses ergänzt das Ensemble und verbindet historische Bausubstanz mit zeitgemässem Wohnen. In Zusammenarbeit mit der Baukommission Ortskern und der Denkmalpflege plant CAS die Sanierung und Umnutzung des Amtshauses.

Spuren aus vergangenen Zeiten

Bei den laufenden Rückbauarbeiten kommen Zeugnisse aus vergangenen Jahrzehnten zum Vorschein: alte Zeitungen, Zeichnungen und handwerkliche Details, die teilweise über lange Zeit verborgen waren.

 

Diese Funde geben Einblick in die über 130-jährige Geschichte des Hauses, das über Generationen hinweg unterschiedliche öffentliche Aufgaben erfüllte. Zuletzt war hier der Polizeiposten untergebracht, der mittlerweile im Wohn- und Geschäftshaus «Wiitsicht» neue Räume bezogen hat.

Bewahren, was das Haus ausmacht

Ziel des Projekts ist es, den Charakter des Hauses möglichst umfassend zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemässe Nutzung zu ermöglichen. Die Sanierung erfolgt deshalb in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Wertvolle Bauteile werden geschützt, erhalten oder sorgfältig aufgearbeitet. Auch die ursprüngliche Raumstruktur soll weitgehend bewahrt bleiben.

 

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war der Rückbau des angebauten Gefängnistrakts. Dadurch trat die ursprüngliche Architektur des Amtshauses wieder stärker in Erscheinung. Die neuen Anbauten an der Nord- und Westfassade ermöglichen eine zeitgemässe Nutzung des Gebäudes. Ihre Gestaltung setzt sich klar vom historischen Bestand ab. Durch die Wahl der Materialien und die sorgfältige Planung der Details unterstützten die Anbauten den repräsentativen Charakter des Gebäudes und schaffen ein stimmiges Ensemble von Alt und Neu.

Zeitgemässes Wohnen im Amtshaus

Nach Abschluss der Arbeiten wird das ehemalige Amtshaus zu einem Wohnhaus mit insgesamt vier Wohnungen umgenutzt. Damit das Gebäude den heutigen Anforderungen entspricht, werden auch die Erschliessung und die Gebäudetechnik angepasst. Künftig soll das Amtshaus hindernisfrei zugänglich sein.

 

Gleichzeitig werden energetische Verbesserungen umgesetzt: Das Dach wird thermisch saniert und die Gebäudehülle sorgfältig ertüchtigt. Die charakteristische Erscheinung des Hauses bleibt dabei erhalten. 

Mehr Qualität im Aussenraum

Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch sein Umfeld wird aufgewertet. Der Garten soll künftig wieder stärker wahrgenommen werden. Die bestehende Einfassungsmauer entlang der Vorstadt bleibt als prägendes Gestaltungselement erhalten und wird gezielt ins Gesamtbild integriert. Neue Pflanzrabatten, naturnahe Begrünungen und Sitzgelegenheiten schaffen zusätzliche Aufenthaltsqualität und stärken die Wirkung des Ensembles.

Vergangenheit und Zukunft verbinden

Die aktuellen Funde zeigen eindrücklich, dass Gebäude weit mehr sind als ihre Mauern. Sie bewahren Erinnerungen, erzählen Geschichten und stiften Identität. Mit der Sanierung des Amtshauses bleibt dieses wertvolle Stück Willisauer Geschichte erhalten – und erhält gleichzeitig eine neue Zukunft.