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Rund um CAS

Bauleiter – ein faszinierender Job

Als verantwortlicher Bauleiter des Wohn- und Geschäftshauses «Cubo» in Altdorf ist Roli Eugster im Moment ziemlich engagiert, denn die Endphase ist in vollem Gang. Hektik? Klar, aber davon lässt sich der Fachmann nicht aus der Ruhe bringen. Das gehört zum Beruf. Und den mag er nach 35 Jahren immer noch sehr.

Roli, du leitest hier eine imposante Baustelle. Was entsteht konkret?

Ein nachhaltig konzipiertes Wohn- u. Geschäftshaus, das modernen Bedürfnissen gerecht wird und Räume für soziale Begegnungen schafft. So wird etwa die Waschküche als «Waschbar» gestaltet. Eine Besonderheit stellt das grosse Atrium und das Treppenhaus dar, das ebenfalls als Begegnungszone für die Bewohnerschaft dient. Insgesamt entstehen in den vier Wohngeschossen 36 Wohnungen mit 2.5 bis 4.5 Zimmern. Im UG befinden sich Technikräume, Mieterkeller, Schutzraum sowie eine Autoeinstellhalle mit 32 Parkplätzen, im EG und 1. Obergeschoss die eingangs erwähnten Wasch- u. Trocknungsräume zur allgemeinen Nutzung sowie Veloraum, und Gewerberäume.

Hier wird Nachhaltigkeit mit cleverer Architektur umgesetzt. Die belüftete Holzfassade und das imposante Treppenhaus setzen klare Zeichen. Der Bau beweist, dass Ökonomie und Ökologie in gutem Einklang stehen können.

Roli Eugster

Ende Juni 21 soll das Gebäude der Bauherrschaft übergeben werden. Wie läufts mit dem Schlussspurt? Welche Arbeiten sind noch auszuführen?

Zeitlich sind wir auf gutem Weg, obwohl es wie immer in der Schlussphase noch viel zu tun gibt. Die Bodenbeläge im Treppenhaus werden fertiggestellt, die Maler sind mit den Finisharbeiten beschäftigt. Dann stehen Baureinigung, Umgebungsarbeiten

Und die Inbetriebnahmen an.

Wie viel Zeit stand für den gesamten Bau zur Verfügung?

Angefangen haben wir im April 2019 mit den Abbrucharbeiten auf der Parzelle, so dass im Mai 2019 die Aushubarbeiten und Pfählungen starten konnten. Bereits im Juni 2019 fand der Spatenstich mit dem Investor statt. Das Gebäude wird diesem nun im Juni 2021 übergeben.

Das tönt nach einem straffen Zeitplan. Gab es keine zeitlichen Verzögerungen?

Verzögerung gab es einzig wegen der Lieferung des Parketts, wo ein Fabrikationsfehler festgestellt wurde. Dank einem grossen Effort aller Beteiligten konnten wir den Zeitplan dennoch einhalten.

Wie gross ist der Druck in solchen Situationen auf den Bauleiter? Wie gehst du damit um?

Druck besteht immer bei solchen Projekten. Dass Termine und Bauabläufe angepasst werden müssen, ist eine Herausforderung, der man sich öfterst stellen muss.

Liegt in dieser Herausforderung auch die Faszination für den Beruf?

Ja, Unvorhergesehenes gibt es stets, was die Aufgabe aber auch sehr spannend macht. Da ist es wichtig, als Bauleiter kühlen Kopf zu bewahren und eine für alle Parteien vertretbare Lösung zu finden.

Gibt es niemals Momente, wo du den Bettel am liebsten hinschmeissen möchtest?

Nein, es macht Spass ein solches Bauwerk wachsen zu sehen. Es erfüllt mich mit Stolz, für das gute Gelingen meinen Teil beitragen zu dürfen. Das motiviert immer wieder neu.

Du bist nun schon seit 35 Jahren als Baufachmann und Bauleiter tätig. Inwiefern hat sich das Bauen und die Tätigkeit des Bauleiters in dieser Zeit verändert?

Die Normen und Vorschriften haben sich während dieser Zeit enorm gewandelt, besonders was die Schallschutz- und Energievorschriften betrifft. Auch die Digitalisierung hat zu grossen Veränderungen geführt. Vieles ist sicherlich einfacher geworden, allerdings hat die teilweise unnötige Mailflut auch negative Auswirkungen.

Worin liegen die grössten Herausforderungen für dich als Bauleiter?

Die Organisation im Allgemeinen, die Koordination von Arbeitsabläufen, das

Einhalten von Terminen und Kosten und die Berücksichtigung der unterschiedlichen Herkünfte der Arbeiter.

Eine Baustelle vereinigt verschiedenste Sprachen und Kulturen. Führt das bisweilen zu Spannungen?

Die Handwerker stammen aus unterschiedlichsten Ländern, aus dem Süden oder Ostblockstaaten und bringen ihre eigene Kultur mit. In Spitzenzeiten sind hier bis zu 50 Personen auf der Baustelle tätig. Es ist wichtig, alle gleich zu behandeln und deren Kultur zu akzeptieren, um ein gutes Einvernehmen zu haben. Dann ist auch die Motivation für eine gute Leistungserbringung vorhanden. Der Bauleiter verbindet.

Wie lernt man so was?

Ich denke, das kann man nicht lernen. Entweder man hat diese globale Weitsichtigkeit oder nicht.

Also bist du der geborene Bauleiter und lebst Deinen Traumberuf?

Ich denke schon. Für mich ist es ein Traumberuf. Es bereitet mir Freude, solch tolle Projekte an die Bauherrschaft übergeben zu können, um dann wieder neue Projekte zu starten.

ein Wolkenkratzer oder ein Stadion zu realisieren, wäre für mich eine absolute Traumbaustelle!

Roli Eugster
Autor: Linda Kolly