September 2016

CAS Grillabend

Cervelats, Kunst und Radio Beromünster

Wo einst Hörspiele, Reportagen oder Newssendungen aufgezeichnet wurden, animieren heute Kunstwerke zum Dialog. Der Künstler WEZ hat die Studios zum Kultur- und Begegnungszentrum umgewandelt: KKLB – Kunst und Kultur im Landessender Beromünster. Ein idealer Ort für den CAS Grillabend.

Die Stimme der Schweiz
Nach dem kunstvoll arrangierten Apéro mit regionalem Apfelschaumwein, geht es auf Kunstführung durch das KKLB. Im Heimkino lebt die Geschichte des Landessenders Beromünster und der Sendeanlage für Mittelwellenrundfunk auf. Der Sender nahm am 11. Juni 1931 seinen Betrieb auf und wurde bis zum 29. Dezember 2008 genutzt. Er konnte in weiten Teilen Europas empfangen werden und wurde als öffentlich-rechtlicher Rundfunkt zu einer der wichtigsten unabhängigen Informationsquelle im Zweiten Weltkrieg. Die ausländische „Rundfunkpropaganda“ war der NS-Führung ein Dorn im Auge. Das Hören von Radio Beromünster wurde unter Androhung von Haft im Deutschen Reich verboten. Trotzdem wurde Radio Beromünster im Geheimen gehört. Der Historiker Jean Rudolf von Salis war in den Jahren von 1940 bis 1946 mit seiner Weltchronik, die jeden Freitagabend um sieben Uhr ausgestrahlt wurde, so etwas wie „die Stimme der Schweiz“. Der Landessender blieb aber auch nach dem Krieg eine wichtige unabhängige Informationsquelle. Mittags um halb eins hörten Herr und Frau Schweizer die Mittagsnachrichten. Heilige zehn Minuten.

Wetz und Schafe
Das KKLB ist heute ein erfolgreiches Kunst- und Kulturprojekt. Mit Ausstellungen zeitgenössischer Künstler. Sie lassen sich auf witzige Weise erkunden mit überaus kompetenten Führungen, die 60 Minuten dauern, aber jederzeit mit Zugaben erweitert werden können. Hinter dem KKLB steht der Künstler Wetz, der den Sender inklusive Gebäuden und Land 2011 für einen symbolischen Fünfliber erwerben konnte. 1961 im Zihlenfeldlöchli in Wolhusen geboren, hat er eine abgeschiedene Kindheit mit Schafen, skurrilen Verwandten und Waschmaschinen erlebt. Prägende Erlebnisse, die sich im KKLB zu einem einzigartigen Kunstobjekt verschmelzen. Eintauchen und staunen. Und beim Rundgang durch die weitere Ausstellung den Worten der Führer lauschen. Interessanter lassen sich Kunstgeschichten kaum erleben.

Cervelats, Lagerfeuer und Zeitungshüte
Wer hier einen Grillabend bucht, wird auf Wunsch von Künstler Urs Heinrich durch den Abend begleitet. Mit lauter Geschichten über Kunst, das Leben, das Zihlenfeldlöchli oder Cervelats. Geschichten die er in sich selber googelt und die dem Event eine besondere Note verleihen. Geschichten, die sich am Lagerfeuer weiterentwickeln, vorgetragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wohl behütet mit Eigenkreationen aus Zeitungspapier.

Die Gipfelstürmer
Die CAS Geschichte selbst entwickelt sich dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Ideen. CASdenkt, steht als Plattform für Innovationen und Verbesserungsvorschläge zur Verfügung. Die besten Vorschläge werden prämiert, die Auszeichnungen jeweils am Grillabend übergeben. Und schon geht’s in die nächste Runde.
Dass die CAS Geschichte sich stets weiterentwickelt, ist auch ein Verdienst der Geschäftsleitung. Dieser Ansicht sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche die Gelegenheit gerne benützten, um der GL ihren Dank auszusprechen. Lobende Worte und ein Gutschein für einen gemeinsamen Abstecher auf den Hausberg. Auf dass sich gemeinsam weitere Gipfel erklimmen lassen.