September 2015 | Yvonne Hoffmann, dipl.-Ing. Architektur

Kulturbauten haben Vorbildfunktion

Kulturbauten haben Vorbildfunktion

Kulturbauten spielen in der Architektur eine zentrale Rolle. Sie schaffen den Zugang der Öffentlichkeit zur Architektur und stehen somit im Fokus des Gebauten. Kulturbauten dienen als Spiegel der Gesellschaft, sie bringen die Wertvorstellungen einer Kultur zum Ausdruck. Dabei trägt die Auseinandersetzung einer Gesellschaft mit Neubauprojekten zur Identifikation einer Stadt bei, da immer ein öffentlicher Diskurs stattfindet. Kulturbauten müssen also eine Vorbildfunktion im Bauwesen einnehmen. Viele Bauten werden heute nur noch über den Aspekt der Rendite bewertet. Dabei wird oftmals zu wenig Wert auf Qualität und Langlebigkeit gelegt. Der Wert des gebauten Erbes, welches wir besonders bei Fahrten in die geliebten Renaissancestädte Europas spüren, gerät in den Hintergrund.

Der wohl durchdachte, selbstverständlich erscheinende Stadtraum mit seinen umliegenden Kulturbauten dient zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens und prägt das Bild einer Stadt nach Aussen. Ob sich dabei eine Baute in den städtebaulichen Kontext einfügt und die vorherrschenden Strukturen adaptiert, wie das New Museum in New York City von SANAA oder als Kunstwerk im Stadtraum definiert wird, wie etwa das Guggenheim Museum in Bilbao von Frank O. Gehry; das Ziel jeder architektonischen und städtebaulichen Intervention muss zu einer klangvollen Gesamtkomposition führen. Städte definieren sich gerade auch im Bezug auf dem Tourismus über ihre Kulturgüter. Die Identifikation geht dabei teilweise soweit, dass eine Stadt über einen einzelnen Kulturbau definiert wird, wie Sydney über die Oper von Jorn Utzon.

Unsere Arbeit ist daher durch eine ständige Auseinandersetzung geprägt und das Bauen für unsere Gesellschaft und die nachfolgenden Generationen muss im Fokus der Baukultur stehen.