April 2015 | Raffael Kneubühler, dipl. Architekt FH

Ein Plädoyer für ansprechende Architektur

Ein Plädoyer für ansprechende Architektur

Gesichtslose Logistikzentren rechts, hässliche Gewerbebauten links. Plumpe Baukörper, öde anmutend, austauschbar. Bei Dorfeingängen präsentiert sich oft das gleiche triste Bild. Nicht gerade eine einladende Visitenkarte für den Durchreisenden und weder für die Ortschaft noch für das Image der Unternehmen förderlich.

Müssen günstige Industrie- und Gewerbebauten unbedingt hässlich sein? Nein. Höhere architektonische Qualität kann durchaus realisiert werden, ohne höhere Kosten zu verursachen. Mit einer kreativen und innovativen Haltung lassen sich statt herkömmlicher 08-15-Bauten unverkennbare Visitenkarten für die Unternehmen realisieren. Das Firmengebäude stellt ein zentrales Element der unternehmerischen Zukunftsfähigkeit dar. Firmenarchitektur ist ein wichtiges Element in der Entwicklung und Positionierung des Unternehmens, sie gibt ihm ein Gesicht.

Dafür muss man mehr leisten als nur gute Bauplanung. Es kann sich durchaus lohnen, hierfür mit neuen Partnern zusammenzuarbeiten, um einen neuen Zugang zu erhalten. Sich unvoreingenommen in die Produktionsprozesse einzudenken, ist überaus spannend und die Distanz kann zu überraschenden Lösungen führen, die sich einer ansprechenden Architektur widerspiegeln. Diese kann beispielsweise mit ausgewählten Farben, die zugleich landschaftsintegrierend wirken, weiter unterstützt werden.

Die Verantwortung für ansprechende Architektur ist nicht nur an prominenter Lage oder in der Stadt wahrzunehmen, sondern auch im Industrie- und Gewerbegebiet. Kreative und nachhaltig orientierte Lösungen im angemessenen Kostenrahmen stellen für alle Beteiligten eine Win-win-Situation dar. Für das Ortsbild, die Landschaft, den Bauherrn und den Architekten.