Dezember 2016 | Monika Arnold, dipl. Architektin BA FH, DAS Bauökonomie

Eigenständigkeit erhalten, neue Qualitäten schaffen

Eigenständigkeit erhalten, neue Qualitäten schaffen

Uri — Ein Kanton mit viel Geschichte, von Randregionen geprägt, in welchem sowohl Infrastruktur als auch Kultur eine zentrale Rolle spielen. Dies sind vielschichtige Themen, welche in steter Wechselwirkung stehen.
Die Abwanderung aus den Seitentälern wurde in den vergangenen Jahren auf politischer Ebene des Öfteren im Zusammenhang mit Gemeindefusionen zur finanziellen Entlastung und Nutzung möglicher Synergien thematisiert.  Es geht jedoch auch darum, Identitäten zu sichern und Eigenständigkeiten zu erhalten. Bereiche, welche auch planerisch in den entsprechenden Regionen Schwerpunkte bilden. So stehen hier Umnutzungen von bautechnisch und kulturell hochwertigen sowie für das Dorfbild und Dorfleben wichtigen Gebäuden und Nutzungsbereichen im Vordergrund.
Um die Erhaltung der Selbstständigkeit und die Belebung der Dorfzentren geht es auch bei der neuen Strategie «Wohnen im Alter», welche CAS zusammen mit der Gemeinde Flüelen anhand der Vorgaben des Kantons zur Umsetzung der Pflegestufen entwickelt hat. Wohnen im Alter soll zukünftig nicht nur im Dorfkern verankert sein und somit die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie Dienstleistungen bieten, sondern auch die vielen Zwischenstufen von eigenständigem Wohnen im Eigenheim zu begleitetem Wohnen in Heimstrukturen abdecken. Ein willkommener Nebeneffekt daraus sind für Familien freiwerdende Wohnflächen aufgrund der nun früh möglichen Nachfolgeregelungen.
Die verkehrstechnische Erschliessung bildet in den vorgenannten Bereichen Schwergewichte, abgesehen davon schafft sie an den neuralgischen Punkten Potential der Siedlungsentwicklung. Das Gebiet um den künftigen Kantonsbahnhof in Altdorf, welches momentan als Brachland mit geringer Rückkopplung zum Zentrum von Altdorf in Erscheinung tritt, soll Raum für eine nachhaltige Entwicklung des Urner Talbodens bieten. Schliesslich geht es auch in Uri darum, mit planerischem Weitblick Neues in den Bestand zu integrieren und dadurch die vorhandenen Qualitäten sicherzustellen sowie neue zu schaffen.